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Mitgliederversammlung wählt weitere Vorstandmitglieder und informiert über Produktionsarbeit der Zukunft

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28.03.2018

Am 15. März 2018 fand in Stuttgart die jährliche Mitgliederversammlung des Verbands der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie Baden-Württemberg (vpi) statt.

Kritik am Koalitionsvertrag
Der Vorsitzende des Verbands, Sven Schneller (Geschäftsführer der HERMA GmbH in Filderstadt), sorgt sich in seiner Eröffnungsrede um die Zukunftsfähigkeit des Industriestandorts Deutschland, wenn etwa in der Rentenpolitik nach wie vor die Realitäten der Demografie keine Berücksichtigung finden, die Bevölkerung vielfach Infrastrukturprojekten kritisch gegenüber steht und dort, wo diese nach jahrelangem Planungsverfahren endlich gebaut werden, deren pünktliche Fertigstellung innerhalb des Kostenrahmens regelmäßig scheitert.

Auch der Geschäftsführer des vpi, Dr. Alexander Lägeler, ging in seinem Geschäftsbericht auf die aktuelle politische Situation, insbesondere den Koalitionsvertrag, ein: begrüßt wird zwar die ausgerufene Stabilisierung der Sozialabgaben auf unter 40%. Die Einhaltung dieses Ziels ist aber mehr als fraglich, wenn gleichzeitig die Absicherung des Rentenniveaus auf 48% bis 2025, die Grundrente für Rentner mit 35 Jahren Beitragszeiten und die Erweiterung der Mütterrente geplant ist. Auch darf der Ausbau von Zeitsouveränität für Beschäftigte nicht einseitig zu Lasten der Unternehmen gehen. Befristete Teilzeit für 1 bis 5 Jahre in Unternehmen mit mehr als 45 Mitarbeitern bedeutet für die meist mittelständigen Unternehmen der Branche eine große Herausforderung. Auch die geplante Einschränkung des Flexibilisierungsinstruments der befristeten Arbeitsverträge setzt ein falsches Signal. 

Weitere Vorstandsmitglieder gewählt
Nach einer Satzungsänderung im vergangenen Jahr wurden zu den bisherigen Vorstandsmitgliedern Sven Schneller (HERMA GmbH, Filderstadt) und seinem Stellvertreter Andreas M. Langheck (Langheck + Co. KG, Esslingen) neu in den Vorstand gewählt: Thomas Rose (Anton Debatin GmbH, Bruchsal) und Ulrich Höhing (Hermann Höhing GmbH, Heilbronn). Damit sind wichtige Sparten der Branche im Vorstand vertreten und der Verband für eine zukunftsorientierte Ausrichtung bestens aufgestellt.

 Thomas Rose Thomas Rose 

Thomas Rose

Anton Debatin GmbH

Ulrich Höhing

Hermann Höhing GmbH

Arbeiten 4.0: Future Work Lab
Der öffentliche Teil der Mitgliederversammlung führte die rund 40 Unternehmer in das Future Work Lab der Arena 2036 in Stuttgart-Vaihingen. Nach einem Vortrag von Dr. Moritz Hämmerle „Future Work – Wie Industrie 4.0 die Produktionsarbeit der Zukunft verändert“, konnten sich die Teilnehmer selbst ein Bild von der Fabrik der Zukunft machen. Die durchgehende Vernetzung von Mensch und Maschine sowie von Prozess- und Produktdaten bietet neue Möglichkeiten, die im Future Work Lab als Produkte und Dienstleistungen für die Industrie entwickelt werden. So beispielsweise digitale und physische Assistenzsysteme: Auf der Brille eingeblendete Wege zum Lagerplatz reduzieren Wegzeiten (Augmented Reality bei Itizzimo Logistik), von Mitarbeitern selbst organisierte Schichtbelegungen per Smartphone helfen bei der Personalplanung (App KapaflexCy bei BorgWarner) und Roboteranzüge unterstützen mit Motorleistung Werker bei kräftezehrenden Montagearbeiten (Exo-Jacket bei Fraunhofer). In naher Zukunft könnten allein Gedanken durch Veränderung der Gehirnströme die Qualitätssicherung steuern. „Industrie 4.0 birgt überaus spannende Perspektiven mit hohem Innovationspotenzial auch für unsere mittelständisch geprägten Unternehmen der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie.“ – darin waren sich die Unternehmer einig.

Future Lab

Dr. Alexander Lägeler, Geschäftsführer (Mitte) und Sven Schneller, Vorstandsvorsitzender des vpi (rechts) lassen sich den Fabrikarbeitsplatz der Zukunft im Future Work Lab der Arena 2036 zeigen.

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Unternehmer der Papier, Pappe und Kunststoff verarbeitenden Industrie im Future Work Lab der Arena 2036.

 

Der Verband vertritt Unternehmen in Baden-Württemberg, die insbesondere Packmittel aus Papier, Karton und Pappe (Wellpappe, Faltschachteln, Kartonagen), Haushalts- und Hygienepapierwaren, Schreibwaren und Bürobedarf, Etiketten, buchbinderische Erzeugnisse und Kunststoffprodukte für den Nahrungsmittelsektor sowie die Elektronikindustrie produzieren.

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